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Die Wanderung zum Jeleni Horra oder wie wir 23km „überlebten
13 Dez 2018

Die Wanderung zum Jeleni Horra oder wie wir 23km „überlebten

Für jeden Lehrer ist die Verbindung von Abenteuer und Unterricht meistens eine kleine
Herausforderung. Aber gelingt diese gut, ist sie auch eine Garantie für einen lebenslangen
Lerneffekt. Und genau dieser stand für meinen Kollegen Hendrik Seibt am 16. und 17. August
diesen Jahres im Vordergrund, als er sich mit unseren Schülern der Klasse 6a zu zwei Tagen
Exkursion aufmachte. Ziel sollte sein, den Schülern unser Erzgebirge als ein Mittelgebirge
Deutschlands mit einer besonderen Form (Pultschollengebirge) in Verbindung mit regionalen
Bezügen näher zu bringen. Deshalb wählte Hendrik eine Route mit dem Start- und Endpunkt
Schmalzgrube, die ihn und die Schüler um die Talsperre Preßnitz führen sollte. Das Wetter war
hervorragend und die Kinder, trotz des Anstiegs auf ca. 800m, bestens gelaunt und hoch motiviert.
„Wir schaffen das in 9 Stunden.“ war Hendrik Seibt überzeugt. Bereits einige Wochen zuvor hatte
er seine Schüler darauf vorbereitet, an diesem Tag mit genügend Getränken und passendem
Schuhwerk anzutreten. Trotz kleiner Stolpersteine konnten sie dann, ausgestattet mit Unmengen
von gefüllten Trinkflaschen, Sonnenschutz- und Insektenschutzmittel starten. Ich gebe zu, dass
auch bei mir anfangs einige Zweifel bestanden, ob die Kinder die Länge dieser Wanderung
schaffen würden. Aber als ich dann alle pünktlich und wohlbehalten um 18:30 Uhr auf dem
Parkplatz antraf, waren auch diese verschwunden. Beim gemeinsamen Abendessen im
Schullandheim Jöhstadt war der Speiseraum gefüllt mit fröhlichem Gekicher und lustigen
Anekdoten der Wanderung. Jedes der Kinder hatte eine Menge zu berichten. Hier ein
Augenzeugenbericht unserer Schülerin Lena U.:
„Die Schüler der Klasse 6a und ihr Klassenlehrer Herr Seibt sind mit 3 Kleinbussen zu einem Parkplatz
nahe der Tschechischen Grenze gefahren. Sie haben ihre Rucksäcke aufgehuckelt und sind
losgelaufen. Zuerst entlang der Tschechischen Grenze und dann hinauf auf den Jeleni Hora. Die
Aussicht war super. Dann hat sich die ganze Klasse ins Gipfelbuch eingeschrieben.“

Nach einer Nacht im 800m hoch gelegenen Jöhstadt und einem leckeren Frühstück durften die
Schüler und wir Lehrer am nächsten Morgen die Museumseisenbahn der IG Preßnitztalbahn
besuchen. Herr Mario Wolf nahm sich den ganzen Vormittag Zeit um uns nicht nur den Bahnhof
und den Lokschuppen in Jöhstadt zu zeigen, sondern nahm uns auch noch auf eine Tour durch
die Wagenhalle in Schlössel mit. Die Kinder erfuhren allerhand Interessantes über die Züge und
Lokomotiven im Dampfbetrieb der Preßnitztalbahn, durften auf die Führerstände der Loks klettern
und als Andenken Stücken echter Steinkohle einpacken. Dementsprechend hatten wir bei der
Abreise eine Gruppe Schornsteinfeger und Aschenputtel. Auch hierzu gibt es einen kleinen
Augenzeugenbericht unseres Schülers Christopher R.:
„Zur 2. Hälfte unseres Exkursionsausfluges sind wir mit den Autos runter zum Bahnhof von Jöhstadt
gefahren. Da hat uns jemand etwas von der Preßnitztalbahn erzählt. Die Loks dort waren riesig. Wir
durften sogar bei einer in das Führerhaus klettern. Als nächstes sind wir weiter runter zur
Reparaturstation gefahren. Da wurden uns weitere Loks und viele Waggons gezeigt. Auch der
Ministerpräsident von Sachsen ist schon mit der Preßnitztalbahn gefahren. Danach wurden uns
zwei Hausaufgaben gegeben, die nicht so ernst gemeint waren. Später sind wir alle zurück nach
Gelenau gefahren.“
Die beiden „nicht so ernst gemeinten“ Hausaufgaben waren zum einen eine Berechnung zur
Schwellenverteilung auf dem Schienensystem der Preßnitztalbahn und eine Frage zum
Ministerpräsidenten von Sachsen. Christopher hat sich sogar die Mühe gemacht und auf beide
Aufgaben eine Lösung gefunden.
Als gemütlichen Abschluss brachten wir die Kinder dann zum Wildbach Wirt in der Nähe vom
Bahnhof Steinbach. Dort konnten sich alle in der Preßnitz erfrischen und ein leckeres böhmisches
Mittagessen genießen. Anschließend verabschiedeten sich unsere Kinder mit einem kleinen
Gesangskonzert beim Wildbach-Wirt und wir fuhren zurück Richtung Gelenau. Unser Fazit dieser
Exkursion lautet: Warum immer nur hinaus in fremde Länder reisen, wenn wir direkt vor der Haustür
solche wunderschönen Ecken haben? Im Erzgebirge gibt es viel mehr zu entdecken als man
manchmal glaubt!

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